Ich leide und schreie zu Gott,
warum hilfst du mir nicht in meiner groessten Not?
Ich glaube, er ist taub
und ich habe so auf ihn gebaut.
Ich weine, ich schreie, dann werd ich stumm
frage mich - warum Anita, Herrgott warum?

 

 

Mitmenschen nehmt uns Trauernde an

Geht behutsam mit uns um,

denn wir sind schutzlos.

Die Wunde ist noch offen

und weiteren Verletzungen preisgegeben.

Wir haben so wenig Kraft um Widerstand zu leisten.

Gestattet uns unseren Weg, der lang sein kann.

Draengt uns nicht so zu sein wie frueher,

wir koennen es nicht.

Denkt daran,

dass wir in Wandlung begriffen sind,

habt Geduld.

Wir wissen,

dass wir bitteres in Eure Zufriedenheit streuen.

Das Euer Lachen ersterben kann,

wenn Ihr unser Erschrecken seht.

Das wir Euch mit Leid konfrontieren,

dass ihr vermeiden moechtet.

Wenn wir Eure Kinder sehen leiden wir.

Wir muessen die Frage

nach dem Sinn unseres Lebens stellen.

Wir haben die Sicherheit verloren,

die ihr noch lebt.

Ihr haltet uns entgegen auch wir haben Kummer.

Doch wenn wir Euch fragen,

ob Ihr unser Schicksal tragen moechtet,

erschreckt Ihr.

Aber verzeiht: Unser Leid ist so uebermaechtig,

dass wir oft vergessen,

dass es viele Arten von Schmerz gibt.

Ihr wisst vielleicht nicht,

wie schwer wir unsere Gedanken sammeln koennen.

Unsere Kinder begleiten uns.

Vieles was wir hoeren muessen wir auf sie beziehen.

Wir hoeren Euch zu,

aber unsere Gedanken schweifen ab.

Nehmt es an, wenn wir von unseren Kindern

und unserer Trauer zu sprechen beginnen.

Wir tun nur das was in uns draengt.

Wenn wir Eure Abwehr sehen

fuehlen wir uns unverstanden und einsam.

Lasst unsere Kinder bedeutend werden vor Euch.

Teilt mit uns den Glauben an sie.

Noch mehr wie frueher sind sie ein Teil von uns.

Mag sein das wir sie vollendeter machen als sie waren.

Zerstoert nicht unser Bild.

Glaubt uns: Wir brauchen es so.

Versucht Euch in uns einzufuehlen.

Glaubt dran, dass unsere Belastbarkeit waechst.

Euer Zutrauen staerkt uns auf diesem Weg.

Wenn wir es geschafft haben unser Leid anzunehmen,

werden wir Euch freier begegnen.

Jetzt aber zwingt uns nicht mit Wort und Blick,

unser Unglueck zu leugnen.

Wir brauchen Eure Annahme.

Vergesst nicht wir muessen so vieles von neuem lernen.

Unsere Trauer hat unser Sehen und Fuehlen veraendert.

Bleibt an unserer Seite.

Lernt von uns.

Fuer Euer eigenes Leben.

    Quelle: Bundesverband verwaister Eltern

Lass den Trauernden Zeit!

Lass den Trauernden Zeit!
Der Schock ist zu gross -
der Schmerz zu unfassbar,
ich fuehle mich ganz leer -
wie ausgehoehlt.
Meine Seele ist erstarrt -
mein Herz liegt wie ein Stein in meiner Brust.

Alle die es gut mit mir meinen,
sprechen auf mich ein:
Lebe doch wieder!
Weine doch nicht!
Lass das Klagen!
Verliere dich nicht im Schmerz!
Rede mit uns!
Hasse nicht!
Raffe dich wieder auf!
Alle, die es gut mit mir meinen,
sprechen eine fremde Sprache,
die ich nicht verstehe.

Alle, die es gut mit mir meinen,
verstehen nicht, dass ich Zeit brauche,
um meinen Tode zu sterben,
um in mich hinein zu weinen,
um schweigen zu koennen,
mich zu verlieren, um mich gehen zu lassen,
auch zu hassen, fuer eine Zeit -
fuer eine Zeit.
Bitte lasst mir doch nur dieses eine
- Zeit!

Allein - mit der Trauer und den Traenen, die nie zu versiegen scheinen.

Allein - mit der Angst verlassen zu werden, von den Menschen die ich liebe.

Allein - kaempfend um die Erinnerung wach zu halten.

Allein - hoffend auf Verstaendnis der Menschen die mit mir leben.

Allein - mit der ohnmaechtigen Wut auf das Schicksal.

Allein - betend, dass sich das Blatt noch einmal wendet.

Allein - mit den Vorwuerfen und dem Zweifeln am Selbst.

Allein - umgeben von Menschen und doch allein.

Allein - mit der endlosen Leere in mir.

Allein - wartend auf eine Aufgabe, ein neue Herausforderung, die das Leben lebenswert macht.

Allein - trotz der Liebe und angebotenen Hilfe der Menschen, die mich lieben.

Allein - in dem tiefen, schwarzen Nichts, das mich umgibt.

Allein - abwartend, dass der unsaegliche Schmerz nachlaesst, und den schoenen Erinnerungen Platz macht.

Allein - begleitet von liebenden Menschen, trotzdem allein im Leid.

Niemand kann helfen, nur lindern und versuchen zu verstehen, aber unser Schicksal und Leben muessen wir selber meistern

- und zwar Allein.


Manche fragen:
„Ist jetzt wieder alles gut ?"
Jetzt geht es Dir bestimmt besser
– siehst Du – hab’ neuen Mut.

Mal muss ja auch
der Schmerz zu Ende sein.
Das Leben geht weiter.
Morgen wird wieder die Sonne schein'.

Schau nach vorn.
Nicht im Kummer vergraben.
.... Ich kann dieses dumme Gerede
nicht mehr ertragen!

Schaetzt Euch gluecklich,
wenn Euch nicht
solch’ ein Schmerz zerfrisst.

Seid froh,
wenn Eure Seele
nicht so sehr
einen Menschen vermisst.

Spart Euch diese „dummen“ Worte,
die angeblich troesten sollen.
Sie tun mir weh ....
.... koennt ihr das wirklich wollen ?

Ihr braucht ja nicht trauern ....
.... ich verlange es von Euch nicht.
Doch lasst mir „meine“ Trauer,
sie stoert Euch doch nicht.
Auch wenn Ihr meint,
dies kann alles nicht gut fuer mich sein.

Ich kann
und will nicht anders ...
... Ihr muesst schon verzeih’n.

 

                                                      

                                                 

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