Wenn Liebe einen Weg zum Himmel faende
und
Erinnerungen Stufen waeren,
dann wuerden wir hinauf steigen
und DICH wieder zurueckholen.

  

Der Schmerz

Er laesst mich nicht mehr traeumen.
Er laesst mich nicht mehr schlafen.
Er nimmt mir die Luft zum Atmen - zum Leben.
Er toetet jedes andere Gefuehl.
Kann ich noch lieben?

Er laesst mich nicht denken,
nicht reden,
nicht lachen.
Mein Hals ist wie zugeschnuert,
wie in einer Guillotine gefangen.



Er nimmt mir die Hoffnung.
Er nimmt mir die Freude
an Dinge, die ich liebte.
Er ist das Grauen, das ich nie finden wollte.
Er ist der duestere Fleck auf meiner Seele.

Er zerschneidet mein Herz.
Aber er ist ein Teil von mir.
Ich kann - will ihn nicht leugnen.
Vielleicht bin ich sogar dankbar fuer ihn,
denn er erinnert mich an seinen Ursprung.

Er erinnert mich an Dich!
An das, was Du warst,
an unsere Zeit,
an meine Liebe zu Dir,
und wie sehr ich Dich vermisse!

 

 

Anita liebte ihr Leben und auch das macht es so schwer es zu akzeptieren 

und verstehen werde ich es wohl nie.

Ohne jede Vorwarnung, ohne jeglichen Hinweis und ohne auch nur

ein Abschiedswort wurde Anita aus ihrem und unserem Leben gerissen.

All ihre Traeume, Plaene und Hoffnungen wurden mit einem Mal zerstoert. 

Dabei hat ihr Leben mit 15 Jahren doch gerade erst richtig begonnen...

Nach der Realschule die wir zusammen im Jahr 2006 abgeschlossen haetten, 

wollte sie Tierarzthelferin werden. 

Weil ich Arzthelferin werden wollte, hofften wir nach unserer gemeinsamen 

Schulzeit auf der Realschule zusammen auf eine Berufsschule gehen zu koennen.

Weiss man denn nicht was man auch anderen Menschen damit antut?!

Mit dem Tod eines geliebten Menschen leben zu muessen ist das

Schwerste das es gibt.

Wir waren der Meinung in unserem Leben schon viel durchgemacht

und erfahren zu haben... wir dachten all die Erfahrungen 

haetten uns stark gemacht... 

aber all die vorherigen Erfahrungen sind mit dem 

was ich momentan durchlebe nicht auch nur annaehernd zu vergleichen.

Als ich von dem Unfall erfuhr ging ich davon aus, dass sie mit dem

Roller ausgerutscht seien und hoechstens etwas gebrochen sei.

Wer rechnet denn mit SOWAS?!

Wo man doch immer denkt sowas passiert nur anderen...

In unserem Alter denkt man ja so genau auch nicht ueber den Tod nach. 

Jedoch haben Anita und ich uns einmal ueber den Tod unterhalten. 

Wir beide hatten Angst vor dem Tod weil wir der Meinung waren, 

dass ja niemand genau weiss wie es nach dem Tod weiter geht, 

ob es ueberhaupt irgendwie weiter geht und was mit einem passiert.

Die Christen sagen, man kommt ins Paradies.

Die Buddhisten sagen, man wird wiedergeboren...

Damals sagte Anita zu mir, dass wenn man stirbt alle anderen ja

einfach so weiterleben und man ja gar nichts mehr mitbekommt was

auf der Welt passiert und wie das Leben der Menschen die man liebt

weiterverlaeuft.

Damals sah ich es genauso - heute sehe ich es anders!

Ich will nicht daran glauben, dass mit dem Tod alles vorbei ist.

Ein so wundervoller Mensch wie unsere Anita kann nicht einfach weg sein.

Ich bin fest davon ueberzeugt, dass Anita, in welcher Weise auch immer, bei uns ist.

Wenn es mir schlecht geht, denke ich oft daran was Anita zu mir

sagen wuerde wenn sie mich so sieht.

Ich weiss sie haette es nicht gewollt, dass man um sie weint und trauert.

Oft denke ich sie wuerde sagen:

Mensch Leute, jetzt heult doch nicht - ich bin doch da!

Und dann wuerde sicher wieder einer ihrer Spuerche kommen mit

denen sie einen immer wieder zum Lachen gebracht hat.

 

Es wird dir Schmerz bereiten.

Es wird aussehen, als waere ich tot,

und das wird nicht wahr sein...


...du verstehst. Es ist zu weit. Ich kann diesen Leib nicht mitnehmen.


Er ist zu schwer...


...er wird daliegen wie eine alte verlassene Huelle.


Man soll nicht traurig sein um solche alten Huellen...

(Antoine de Saint-Expery)

 

Meine Gedanken sind jeden Tag bei Anita 

und mein erster und letzter Gedanke des Tages gehoert ihr.

Jeden Tag stelle ich mir die Frage nach dem "Warum"

Warum Anita?

Warum so frueh?

...

Und an keinem Tag bekomme ich eine Antwort darauf.

Ich weiss nicht wie ich den ersten Jahrestag ueberstehen soll.

Es kommt mir so vor als sei es erst gestern gewesen als mir bei

lebendigem Leibe mein Herz rausgerissen wurde.

Ein grosser Teil von mir ist mit Anita gegangen,

auch der Glaube an das Gute im Menschen und 

an die Gerechtigkeit im Leben.

Mein ganzes Leben hat sich veraendert und ich wuensche mir 

nichts sehnlicher als mein altes Leben - Anita zurueck.

Ich habe gehofft es wuerde mit der Zeit vielleicht besser werden,

man sagt ja immer "Die Zeit heilt alle Wunden", 

aber diese Wunden werden nie heilen, egal wie viel Zeit vergeht.

All die Tage wie Anitas Geburtstag, mein Geburtstag, Silvester...

sind so schwer zu leben. Diese ehemals so freudigen Tage tun weh.

Der Schmerz ist immer da, aber ganz besonders an diesen Tagen

wird mir bewusst, dass wir diese Tage nie mehr zusammen verbringen werden.

Der Glaube an ein Leben nach dem Tod, in welcher Weise auch

immer, tut mir gut. So ist der Schmerz etwas ertraeglicher.

Aber manchmal ist dieser Glaube ganz weit weg 

und der Schmerz zerreist mein Herz.

Auch die Zeit in der Schule nach dem Unfall war und ist heute noch

sehr schwer fuer mich. Jeder erwartet von mir so zu sein wie frueher

und keiner versteht, dass es nie mehr so sein wird.

Im Kunst-Unterricht bekamen wir unsere Zeichnungen ausgeteilt,

man fragte mich:

"Nimmst du Anitas Bild?"

Ich nahm das Bild an mich, es war noch nicht einmal fertig gemalt.

Das Bild wartet heute noch darauf fertig gemalt zu werden.

 

Wir alle warten jeden Tag aufs Neue darauf, dass DU nach Hause kommst 

- Wir lieben dich doch !!!

 

 

 

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